„Let’s Encrypt“ mit vsftpd und anderen

Ich habe einen vsftpd laufen und der sollte auch ein Let’s Encrypt Zertifikat für sicheres FTP bekommen.

Ich habe einen vhost im Apache für die Domain angelegt, unter der ich den vsftpd erreichbar mache und dann über den certbot das Zertifikat erstellen lassen. Das klappt auch alles gut, aber der Cronjob für das Renewal der Certifikate startet bei einer Aktualisierung nur den Apache neu und nicht den vsftpd. Und jedes Mal den vsftpd mitneustarten ist ja auch unschön. Daher habe ich einen eigenen Cronjob dafür gebaut.

Aber erst mal die vsftpd config:

rsa_cert_file=/etc/letsencrypt/live/[MYDOMAIN]/fullchain.pem
rsa_private_key_file=/etc/letsencrypt/live/[MYDOMAIN]/privkey.pem
ssl_enable=YES
allow_anon_ssl=NO
force_local_data_ssl=YES
force_local_logins_ssl=YES
ssl_tlsv1=YES
ssl_sslv2=NO
ssl_sslv3=NO
require_ssl_reuse=NO
ssl_ciphers=HIGH

Diese Zeilen einfach am Ende hinzufügen und den vsftpd neu starten.

Und das ist der dazugehörige Cronjob.

1 6,18 * * * /usr/local/sbin/certbot-auto certonly --webroot -n -d [MYDOMAIN] --post-hook "/etc/init.d/vsftpd restart" >/dev/null 2>/dev/null

Ich habe dafür gesorgt, dass er 5 Minuten vor dem regulären Cronjob läuft, damit dieses Zertifikat für [MYDOMAIN] auch tatsächlich von diesem Cron erneuert wird. Die Option -d kann auch mehrfach angegeben werden, falls das Zertifikat auf mehrere Domains lauten soll.
Das Plugin --webroot ist in meinem Fall ausreichend. Wenn man aber keinen eigenen Webserver betreibt, kann man auch mit --standalone einen temporären starten, der dann die Authentifizierungen gegenüber Let’s Encrypt übernimmt.

Ähnlich kann man das natürlich auch mit Zertifikaten für Mailserver und andere machen.

Advertisements
„Let’s Encrypt“ mit vsftpd und anderen

Let’s encrypt!

Ich habe meine Seiten auf meinem Debian/Apache Webserver mit SSL verschlüsselt und dabei auf die kostenlose CA Let’s Encrypt! zurückgegriffen.

Es gibt viele Wege, wie man diese CA benutzen kann, aber der certbot ist echt der Hammer. So einfach geht es:

cd /usr/local/sbin
wget https://dl.eff.org/certbot-auto
chmod 750 certbot-auto
certbot-auto --apache

Danach wird man durch alle Schritte geführt und kann inerhalb kürzester Zeit funktionierende SSL Zertifikate nutzen, die sich vollautomatisch installieren.

Die Zertifikate sind zwar nur drei Monate gültig, aber mit certbot installierte Zertifikate lassen sich über diesen automatisch aktualisieren, so dass man sich nie wieder drum kümmern muss. Ein Eintrag wie dieser im Crontab von root reicht:

1 6,18 * * * /usr/local/sbin/certbot-auto renew --post-hook "apache2ctl restart" &>/dev/null

Lasst uns gemeinsam das Internet sicherer machen und „Let’s encrypt!

letsencrypt
https://eliyah.co.il/ ist SSL gesichert!
Let’s encrypt!

Bandbreite anzeigen

Die aktuell genutzte Bandbreite eines Linux Systems wird ermittelt als übertragene Bytes pro Zeitabstand. Einen „aktuellen“ Wert zum Auslesen gibt es nicht, man muss also die Bandbreite aus zwei Deltawerten übertragener Bytes berechnen. Ich habe ein Script gefunden und etwas erweitert. Es zeigt die Bandbreite für alle Interfaces in Kbits und Mbits an. Das Script ist simpel gehalten und ohne Parameter, die irgend etwas steuern. Aber das kann man ja nachträglich einbauen. Wenn man will.

#!/bin/bash                                                                          

intervalo=2
info="/sys/class/net/"
cd $info
while true; do
for interface in eth*
do
  eval rx1$interface=`cat $info$interface/statistics/rx_bytes`
  eval tx1$interface=`cat $info$interface/statistics/tx_bytes`
done
  sleep $intervalo
for interface in eth*
do
  eval rx2$interface=`cat $info$interface/statistics/rx_bytes`
  eval tx2$interface=`cat $info$interface/statistics/tx_bytes`
done
clear
date
for interface in eth*             
do
  echo $interface
  echo ---- 
  rx1=$(eval echo \${rx1$interface})
  rx2=$(eval echo \${rx2$interface})
  tx1=$(eval echo \${tx1$interface})
  tx2=$(eval echo \${tx2$interface})
  echo RX: $((($rx2-$rx1)/($intervalo*1024))) Kbps
  echo RX: $((($rx2-$rx1)/($intervalo*1048576))) Mbps
  echo TX: $((($tx2-$tx1)/($intervalo*1024))) Kbps
  echo TX: $((($tx2-$tx1)/($intervalo*1048576))) Mbps
done
done
Bandbreite anzeigen

copy-paste mit base64

Ich arbeite oft auf Systemen, die ich nur über einen virtuellen Screen erreiche (Remote Desktop etwa) und zu dem ich zwar eine gemeinsame Zwischenablage habe (copy-paste), aber keine einfache Möglichkeit, Dateien zu kopieren.

Wenn ich etwa eine Logdatei kopieren will, die in den Scrollback-Buffer des Terminalfensters auf der remote Maschine nicht komplett reinpasst, dann muss ich stückeln und bereichsweise kopieren. Das nervt tierisch.

Oder ich nutze gzip und base64:

% cp grosselogdatei.log /tmp
% cd /tmp
% gzip grosselogdatei.log
% base64 grosselogdatei.log.gz
H4sICLiyGlkAA29wZW5maWxlcy5jc3YAbZ3dlsSoCkbvz7PUmVWg+DPv/2BTnZgIuG/3oo35AoiS
VMv3n6/9o1/p/5f+77d+mv5PApPvp1li+v30llj52fXE6o99E7Mfk8DGv98fG4md1x1/1z3+toDd
33VLYn/XjXOef9eVKgkKGO [...]
B5SBkg6GOjwNjG+maEv+4PabgVJ+aBgX7iekIn32poGSDg3zQ8O4aKhDR39wL8wFSutmRx06+oP7
CalAKT/0/YJUoKRDx7jo+8XBSEGzgevFQH8YmCfH/mnWQMkfBsbFQH8YGBf3frOle7v3m9drf4FS
XAz0h4k6TMwPE/3BNTACVbg39xNSgb7nUZGiLfnDxLi495tZHbff3FS+tF7I/sni/wA6SY/SD4IA
AA==

Diesen ASCII Output kann ich locker per copy-paste in einem Rutsch kopieren und in eine Datei lokal kopieren, etwa grosselogdatei.log.gz.b64, und wieder auspacken:

% base64 -d grosselogdatei.log.gz.b64 > grosselogdatei.log.gz
% gunzip grosselogdatei.log.gz
copy-paste mit base64

Filtern in Bash

Manchmal will man aus einer Variable oder einem Text alle Zahlen herausziehen oder verstecken. Das geht natürlich mit sed ganz gut, aber noch einfacher in der Bash selbst.

% VAR=1a2b3c4d
% echo "${VAR//[!0-9]/}"
1234
% echo "${VAR//[0-9]/}"
abcd

Man kann auch nur Buchstaben filtern, damit man Sonderzeichen mit herausfiltert. Oder oder…

% VAR="1a,2b.3c;4d"
% echo "${VAR//[!0-9]/}"
1234
% echo "${VAR//[!a-z]/}"
abcd
% echo "${VAR//[!a-z 0-9]/}"
1a2b3c4d
% echo "${VAR//[a-z 0-9]/}"
,.;
Filtern in Bash

Mehrere Variablen in bash gleichzeitig setzen

Wenn ich mit den Output von einem Befehl mehrere Variablen setzen will, kann ich dafür read und die <<< Dreieckklammern nutzen. So gehts:

% EINS=2
% ZWEI=1
% read EINS ZWEI <<< $({ echo 1; echo 2 ; })
% echo $EINS $ZWEI
1 2

Wenn man auf Google oder Bing nach <<< sucht, findet man nichts. Also, entweder bin ich der erste (!!!11!1!!elf!!11), der darüber schreibt, oder wahrscheinlicher, nach diesem String darf man aus technischen Gründen einfach nicht suchen.

Mehrere Variablen in bash gleichzeitig setzen

HTML emails mit mail.mailutils

Das Programm mail.mailutils (meist einfach mail) ist auf vielen Linux-Distributionen installiert. Man kann damit über die Shell Emails verschicken, was sehr praktisch ist für scripte und cron-jobs, die den Admin per Mail informieren sollen.

Manchmal will man auch mal ein wenig mit HTML spielen und sei es auch nur, um um den Text ein <pre> zu setzen, damit er mit einer Monospace-Schrift angezeigt wird und ASCII-Art und Tabellen ordentlich dargestellt werden.

So schickt man HTML:

# generiere random boundary
BOUNDARY=$(date | md5sum | head -c8)
echo "
--_$BOUNDARY_
Content-Type: text/html; charset=\"us-ascii\"
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable

<html><pre>
Meine Tabelle

+-------+----------+
| id    | analysis |
+-------+----------+
| 36190 |      219 |
| 36192 |      219 |
| 36273 |      219 |
| 36275 |       -1 |
| 36276 |       -1 |
| 36289 |      219 |
| 36293 |      122 |
| 36371 |      219 |
| 36388 |      219 |
| 36393 |      219 |
| 36394 |       -1 |
| 36395 |       -1 |
| 36708 |      122 |
+-------+----------+
</pre></html>
--_$BOUNDARY_--

" | mail.mailutils -s "Mein Subject" \
-a Content-Type:"multipart/alternative; boundary="\"_$BOUNDARY_\"" \
-a From:mein@absender.tld mein@empfaenger.tld

Diese Tabelle sieht jetzt sauber aus, wenn sie den Empfänger erreicht. Die Leerzeilen vor und nach dem Boundary und/oder Headern sind wichtig!

Wenn ich ein Bild in das HTML einbetten will, wird es komplizierter. Das mail-Tool kann zwar mit -A Anhänge verschicken, aber die kann ich dann nicht im HTML nutzen, da ich die dazugehörige ID nicht kenne.
Also muss ich das händisch machen, damit ich alle Parameter kontrollieren kann. Da Email ein 7-Bit Medium ist, muss ich aus dem Binär-Bild ASCII machen und dann noch dem Mailprogramm erklären, wie es das ASCII wieder in eine Binär-Bilddatei zurückverwandelt. Ich benutze hier base64 dafür, da das standardmässig installiert ist und so ziemlich jedes Mailprogramm das versteht. Ausserdem muss ich dem Bild einen Namen geben, denn der Dateiname geht verloren beim encoden in base64, und dazu eine ID, mit der ich darauf verweisen kann im HTML-Code der Mail. So gehts:

# generiere random boundary und Image ID
BOUNDARY=$(date | md5sum | head -c8)
IMAGEID=$(date | md5sum | head -c10 | rev)
# meine Bilddatei
IMAGEFILE=graph.png
( echo "
--_$BOUNDARY_
Content-Type: text/html; charset=\"us-ascii\"
Content-Transfer-Encoding: quoted-printable

<html>
Mein Graph als Bild:<br>
<img contenttype=3D\"image/png\" src=3D\"cid:$IMAGEID\"><br>
Sieht gut aus!

</pre></html>

--_$BOUNDARY_
Content-Type: image/png;name=\"$IMAGEFILE\"
Content-Disposition: attachment;filename=\"$IMAGEFILE\"
Content-ID: <$IMAGEID>
Content-Transfer-Encoding: base64 
"
base64 $IMAGEFILE 
echo "
--_$BOUNDARY_--" ) |  mail.mailutils -s "Mein Subject" \
-a Content-Type:"multipart/related; boundary="\"_$BOUNDARY_\""; type="\"multipart/alternative\""" \
-a MIME-Version:"1.0" \
-a From:mein@absender.tld mein@empfaenger.tld

Es gibt ausser mail.mailutils noch viele andere Commandline-Mailer wie etwa mutt oder mailx. Mit Hilfe der Beispiele oben kann man auch diese Mailer dazu bringen, HTML zu verschicken. Einfach mal gucken, welche Tools auf dem System installiert sind. Auch OS X kann das.

HTML emails mit mail.mailutils